Geschrieben von Guy Fawkes - 20. Februar 2008
“Ich bestreite nicht, dass viele der raschen Einführung des G8 kritisch gegenüberstehen. Die Verkürzung war aber wichtig und richtig, um unseren Kindern die Chance zu geben, international mithalten zu können. Darum reagieren wir.”
Der neue Ministerpräsident in der SZ.
Als (teilweiser) Wirtschaftsstudent und interessierter Bürger aus dem Bildungsbürgertum muss mir doch folgende Frage gestattet sein:
Auf welchem Markt, bitteschön, konkurrieren bayerische bzw. deutsche Abiturienten mit ausländischen Schülern?!?
Richtig: Auf keinem. Diese Argumentation, von der bayerischen Wirtschaft losgetreten, und er CSU wie immer sofort aufgeschnappt, ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Wenn, dann konkurrieren fertig ausgebildete Arbeitskräfte auf dem europäischen Binnenarbeitsmarkt (aufgrund von Visaproblematiken kann man die restliche Welt nicht ernsthaft in den selben Topf werfen). Aber Abiturienten sind keine ausgeblideten Arbeitskräfte. Gesellen und Studenten sind das. Gut, wenn man schneller das Abi macht, dann kann man schneller seine Ausbildung weiterführen, aber wenn ich mir ansehe, was in anderen Ländern an schnell ausgebildeten Arbeitkräften existiert… ein fertiger Bachelor mit 21 Jahren kann nicht ernsthaft mit einem 24 oder 25-jährigen Diplomstudenten konkurrieren. Um die in der Politik herrschende Sprache zu verwenden: Wir hatten ein exzellentes Produkt zu Premiumpreisen, jetzt haben wir nur noch ein gutes Produkt zu Premiumpreisen. Erkennt jemand die Tendenz? Und das auf Kosten der Jugend unserer Kinder. An die CSU: Ihr seid Schmachmaten, allesamt.
Update: (20.02.2008)
“Nirgends ist G8 so dilettantisch eingeführt worden wie in Bayern”
Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbands
Der Spiegel hat sich der Problematik in einem mehrseitigen Artikel angenommen, den ich Euch nicht vorenthalten will. Obwohl er, wie alle Spiegel-Artikel, von Selbstbeweihräucherung trieft, ist er sehr interessant: Spiegel-Online-Artikel