La Resistance du Net

Wege gegen den Zensurstaat. Wir sind alle China.

Archiv für Januar 2009

Terrorcamp-Gesetz ohne Terrorcamp-Erwähnung

Geschrieben von Guy Fawkes - 31. Januar 2009

Ein hervorragender Kommentar von Heribert Prantl in der Süddeutschen zum neuen Anti-Terrorcamp-Gesetz. Ich zitiere es gleich mal hier in voller Länge:

Per Mausklick zum Terrorist
Das sogenannte Terrorcamp-Gesetz verfolgt angebliche Täter, ohne dass es eine Straftat gibt. Gäbe es den Straftatbestand der Missachtung der Gerichte, dann wäre er mit diesem Gesetz verwirklicht.
Ein Kommentar von Heribert Prantl

Bisher war Sinn und Zweck des Strafrechts die Bestrafung des Straftäters. Was sonst. Aber das so Selbstverständliche gilt nicht mehr, wenn es um Terrorbekämpfung geht.

Der Bundestag hat in erster Lesung ein Gesetz verhandelt, das nicht mehr zur Bestrafung, sondern nur zur Verfolgung taugt, ja nur diese bezweckt: Der Gesetzgeber weiß, dass es zu einer Bestrafung der angeblich gefährlichen Person nach dem neuen Gesetz nicht kommen wird; aber das ist ihm ziemlich egal.

Die Hauptsache ist, dass der Staat ermitteln, belauschen und Computer durchsuchen darf. Die Straftat wird quasi fingiert, weil man sie braucht, um massiv in die Grundrechte des Beschuldigten eingreifen zu können.

Schon der amtliche Titel des neuen Gesetzes verrät dies. Es lautet: “Gesetz zur Verfolgung der Vorbereitung von schweren staatsgefährdenden Gewalttaten”. Das Gesetz wird landläufig Terrorcamp-Gesetz genannt, weil mit ihm angeblich die Leute gepackt werden sollen, die sich dort ausbilden lassen. Davon findet sich im Gesetzestext kein Wort.

Er umfasst jegliche Unterweisung, die sich ein Einzelner im Umgang mit gefährlichen Stoffen oder mit Stoffen geben lässt, aus denen gefährliche Stoffe hergestellt werden können – auch per Internet. Ein falscher Mausklick, und du bist ein Terrorist.

Die neuen Paragraphen 89a und b sowie 91 im Strafgesetz sind so vage und konturlos, dass man sich nicht vorstellen kann, ein deutsches Gericht würde nach diesen Vorschriften Beschuldigte verurteilen. Das ist aber auch gar nicht die Absicht von Schäuble, Zypries & Co – deren wirkliche Absicht spiegelt sich schon im Titel des Gesetzes wider.

Das Gesetz verhöhnt die Strafjustiz
Unter Strafe gestellt wird die noch nicht konkrete Vorbereitung von noch nicht konkreten Straftaten. Die zu einer rechtsstaatlichen Verurteilung untauglichen Strafvorschriften werden deshalb geschaffen, weil der Staat zur Verfolgung dieser neuen nebulösen Delikte das schwere Instrumentarium der Strafprozessordnung auspacken kann: Überwachung und Aufzeichnung der Telekommunikation, Lauschangriff, Hausdurchsuchung bei Kontaktpersonen, Kontrollstellen auf Straßen und Plätzen, Vermögensbeschlagnahme, Verhaftung und Untersuchungshaft wegen Wiederholungsgefahr. Die schwersten denkbaren Maßnahmen und Grundrechtseingriffe werden also auf allerdünnstes Eis gestellt.

Gäbe es den Straftatbestand der Missachtung der Gerichte, dann wäre er mit diesem Gesetz verwirklicht. Es verhöhnt die Strafjustiz. Es missachtet Normenklarheit und Normenwahrheit. Es räumt die Einschränkungen beiseite, die der Bundesgerichtshof aufgestellt hat für die Straftaten der Bildung von und der Mitgliedschaft in terroristischen Vereinigungen. Der keiner Organisation angehörende Einzelne wird jetzt für genauso gefährlich gehalten wie das Mitglied einer Terrorgruppe. Damit löst sich jede Strafrechtssystematik auf. Das neue Strafrecht verfolgt einen angeblichen Täter, ohne dass es eine Straftat gibt.

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Es ist soweit!

Geschrieben von Guy Fawkes - 22. Januar 2009

Der erste Baum ist gefällt! Will sagen: Das erst Blog ist zensiert. Wobei, Zensur darf man ja nicht sagen. Zensur wär es ja nur, wenn es vorab vorgelegt worden wäre, und dann die Veröffentlichung durch den Staat abgelehnt werden würde. Nein, Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (das sind auch die, die das “Ab 18″-Album der Ärzte geadelt hatten) ist natürlich etwas völlig anderes!!1!!!elf!!

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Fuck you, Israel.

Geschrieben von Guy Fawkes - 20. Januar 2009

Nein, das ist kein antisemitischer Post, und dies ist kein antisemitisches Blog, und ich bin kein Antisemit. Aber bei solchen Fotos geht mir die Galle über.
Impact of Israeli Phosphor Bomb
Das Fahrzeug, das da grad im Regen der Phosphorbomben in die Luft fliegt, ist ja nur ein Krankenwagen. Und das Phosphor ist ja auch nur nicht mit einfachen Mitteln zu löschen, das brennt sogar durch Teerdecken durch. Diesen Phosphorscheiß nehmen sie auch nur her, weil bei Giftgaseinsatz alle Welt merken würde, welches perverse Ungleichgewicht in diesem Krieg zutage tritt.

Wir Deutschen brauchen uns aber auch überhaupt nicht aufregen eigentlich, denn Israel setzt in ihren Kriegen auch gerne auf deutsche Wertarbeit (TAZ via fefes Blog). Siehe dazu auch einen netten Eintrag von Regensburg Digital zur deutschen Waffenindustrie. Wir haben auch immer schön gegen die Verbotsbestimmungen von Streumunition etc. gestimmt… warum das wohl?

edit:
Es gibt ja nach so vielen Jahren Internet nicht mehr viel, das mich wirklich schocken könnte. Umso schlimmer ist dieses Video, das ein Mitschnitt aus dem israelischen Fernsehen ist. Auch die beiden Journalisten sind sichtlich erschüttert, bei dem, was sie aus dem Gazastreifen per Telefon hören:
http://www.youtube.com/watch?v=OLUJ4fF2HN4
(Untertitel gibts beim Klick aufs Dreieck unten rechts im Video, falls nicht eh geladen – keine visuelle Gewaltdarstellung – via Annalist)

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Hell just froze over

Geschrieben von Guy Fawkes - 12. Januar 2009

Oder wie anders ist es zu erklären, dass Google-Datenschützer vor den Gefahren für den Datenschutz durch soziale Netzwerke warnen. Das ist ja so, als ob die NPD vor den Gefahren des Faschismus warnen würde. Oder Stasi-Schäuble vor der totalen Überwachung.
Und Google-Datenschützer sind ja wohl so häufig anzutreffen wie die sprichwörtlichen schwarzen Schimmel. Naja, so weit ist es schon gekommen. Brave new world.

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Gesetze gegen aufrechte Bürger

Geschrieben von Guy Fawkes - 3. Januar 2009

Für was mussten wir uns eigentlich von der CSU in unseren Versammlungsrechten einschränken lassen, wenn der (vorgeschobene?) Grund für diese Einschränkung, die rechtsextremen Parteien und deren Aufmärsche, jetzt doch problemlos stattfinden dürfen? Vielen Dank nochmal, liebe Ex-Einheitspartei.

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